Die Liste für General Schleicher

 

Leseauszug aus meinem Buch „ Oskar Quengels Auftrag -Für Kippenberger bei General von Schleicher Bestellungen unter http://www.bookra-verlag.de/b16.html

Die Liste für General Schleicher

Ernst Meyer

Mehrere Wochen arbeitete ich an der Personalliste für General Schleicher. Ich begann mit Ernst Meyer. Nach meinem Erinnerungsvermögen schrieb ich über ihn: „Ernst Meyer ist innerhalb der KPD-Führung isoliert. Zudem ist er häufig krank und sensibel. Oft versteht er es, zu einer realistischen Beurteilung der Lage zu kommen. Sein Mitkämpfer Arthur Ewert ist zwar gesund, aber ohne Meyer, oft argumentativ und rhetorisch überfordert. Die Frau von Ernst Mayer ist die Witwe des kommunistischen Revolutionärs Eugen Levine. Im Apparat der KPD hat Mayer nur geringen Einfluss. In seiner Funktion als Parteivorsitzender 1922 kümmerte er sich nie um die Zusammenstellung der Kader innerhalb des Apparats. Er hat allerdings Sympathisanten und Mitkämpfer im Bereich der betrieblichen Gewerkschaftsarbeit. Fast die gesamte geschlossene hauptamtliche Fraktion, die in Berlin die INPREKORR (Internationale Pressekorrespondenz- Organ der kommunistischen Internationale) herausgibt, steht auf der Seite Ernst Meyers. Allerdings hegt Meyer keine besonderen Sympathien für ein Heinrich Brandler und seine Freunde. Auf dem Parteitag in Leipzig Anfang Januar 1923 wurde Ernst Meyer als Parteivorsitzender mit Wissen und Zustimmung der Komintern-Führung eiskalt von Brandler abserviert. Der blasse Intellektuelle Ernst Meyer schien den Kominternleuten nicht dazu geeignet, um den Arbeiterführer in Deutschland zu geben. Im Oktober 1923 als es zu den sogenannten Arbeiterregierungen in Thüringen und Sachsen kam, wandte sich Meyer dann gegen die Politik von Brandler und warf ihm Zögerlichkeit und Opportunismus vor. Die Kommunistische Internationale betrachtete diese Regierungen als Ausdruck wachsender Aktivität und Unzufriedenheit der Arbeitern und Arbeiterinnen. Aus Thüringen und Sachsen sollte der Startschuss für den deutschen Oktober erfolgen. Letztendlich wurde der Aufstand abgeblasen, nachdem Brandler auf einem Betriebsrätekongress in Chemnitz dazu keine Mehrheit erhalten hatte. Meyer warf – genau wie Trotzki – Brandler vor, sich von einem sozialdemokratisch dominierten Kongress abhängig gemacht zu haben, anstatt zur Tat zu schreiten. Auf der anderen Seite war Ernst Mayer entschiedener Gegner der Ultralinken, welche im Frühjahr 1924 die Partei eroberte. Meyer repräsentierte damals die so genannte Mittelgruppe innerhalb der KPD, auf die auch der damalige Vorsitzende der Komintern, Grigori J. Sinowjew, setzte.

Heinz Neumann

Über Heinz Neumann schrieb ich damals: “Er ist intellektuell dem Parteiführer Ernst Thälmann weit überlegen. Zudem verfügt er über ausgesprochen rhetorische Fähigkeiten. Genau betrachtet ist Heinz Neumann der Spiritus Rector innerhalb des Sekretariats der KPD. Bis dato erfreut er sich einer besonderen Wertschätzung durch Stalin. Heinz Neumann ist wendig und im Umgang mit so genannten Abweichlern nicht sonderlich zimperlich. Es kursiert das Gerücht, dass er alle wichtigen Reden für Ernst Thälmann schreibt. Die alte Generation, angeführt von Clara Zetkin und Wilhelm Pieck, steht Neumann mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Neu ist, dass Neumann sich offensichtlich fest gebunden hat. Ob dies allerdings das Ende seiner zahllosen Frauenaffären bedeutet, bleibt abzuwarten. Bei aller Treue gegenüber Stalin ist und bleibt Neumann jedoch ein selbstständiger selbstbewusster Kopf.“

Hermann Remmele

Zusammen mit Thälmann und Neumann bildet Hermann Remmele, die eigentliche Führung der KPD. Remmele wird mit knapp 50 wegen seiner Erfahrung in der Bewegung sehr geschätzt. Den Opponenten Neumann fällt es schwer, die gegenwärtige Führung der KPD anzugreifen, da sie die Autoritätsperson Remmele deckt. In Wahrheit jedoch benötigt der Praktiker Remmele den wendigen Theoretiker Neumann, denn Remmele ist zwar ein guter, aber kein hervorragender Redner.

Ernst Thälmann

Ernst Thälmann hält sich viel darauf zugute, aus dem Proletariat zu stammen. Viele Arbeiter und Anhänger der KPD, speziell in Hamburg, sehen in ihm ihresgleichen. Die Rhetorik von Thälmann provoziert bei den Intellektuellen innerhalb der KPD des öfteren geradezu Verzweiflungszustände. Wenn Ernst Thälmann nicht vom Blatt abliest, passieren ihm immer wieder unmögliche verbale Schnitzer. Auf einer KPD Versammlung meinte er einmal allen Ernstes: “Die Frauen gehören mit den eigens dafür geschaffenen Organen bearbeitet.“ Natürlich macht sich die Parteiintelligenz über solche Ausrutscher lustig, aber solche Schnitzer schaden dem Arbeiterführer beim proletarischen Anhang nicht im Geringsten. Auch die Affäre im letzten Jahr führte bei vielen Arbeitern, die in Ernst Thälmann Ihrem Führer sehen zu Mitleid und sogar zur aktiven Solidarisierung. Bei allen Schwächen ist Ernst Thälmann ein nicht zu unterschätzendes Aushängeschild der Partei. Thälmann verfügt mittlerweile über viel organisatorische Erfahrung, doch schwankt er zwischen übersteigertem Selbstbewusstsein und Minderwertigkeitskomplexen.

Walter Ulbricht

Der Sachse Walter Ulbricht wird in der KPD nicht geliebt. Sein absoluter Pluspunkt ist seine ständige Betriebsamkeit und die Liebe zum Detail. Nicht umsonst hat er in der Partei den Spitznamen „Genosse Zelle“. Walter Ulbricht wird mit Sicherheit dem neuen Zentralkomitee angehören und dort wie immer einer der am besten Informierten sein. Seine Außenwirkung hingegen ist mehr als bescheiden. In seinen Jahren in Moskau (er war dort Vertreter der KPD bei der Komintern) hat er nicht auch nur ein bisschen russisch gelernt. Walter Ulbricht hat es geschafft, sich von allen seinen alten Freunden Heinrich Brandler und Thalheimer rechtzeitig zu distanzieren. Er wird als Aktivist im neuen Zentralkomitee mit Sicherheit benötigt.

Leo Flieg

Leo Flieg gehörte bis dato jeder KPD Führung an. Flieg ist ungeheuer fleißig und ein überzeugter Bolschewik, was man ihm ob seines blassen Aussehens und seiner schmächtigen Statur nicht zutraut. Vom Typ her würde er eher als Büroangestellter einer Versicherungsgesellschaft durchgehen. Dennoch ist Flieg ein überzeugter Revolutionär, der auch im Stande ist konspirativ zu arbeiten. Mit Heinz Neumann verbindet ihn eine enge Freundschaft. Leo Flieg gehört zum engen Freundeskreis des KPD Chef -Agitators Willi Münzenberg.

Willi Münzenberg

Willi Münzenberg ist nicht nur im Reichstag aktiv, sondern er leitet auch das umfassende KPD Propagandaunternehmen. Münzenberg gibt die „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ und organisiert publikumswirksam jeden Propagandafeldzug der KPD. In seinen Verlagshäusern erscheint die kleine Arbeiterbibliothek, die im Rotationsdruckverfahren hergestellt wird. Dadurch können die Werke von Marx, Engels und Lenin günstig angeboten werden. Daneben betreibt er ein florierendes Geschäft mit sowjetischen Filmen. Es dürfte bekannt sein, dass Münzenberg solche Filme gezielt einsetzt und des Öfteren – speziell während der Wahlkampagnen – Filme als rollende Kinos auch in den abgelegensten Landgemeinden zeigt. Münzenberg ist der fähigste Propagandist der KPD, seine rhetorischen Fähigkeiten sind nicht zu unterschätzen. In Privatgesprächen mit Intellektuellen, die der Partei nahe stehen, kann Münzenberg sehr charmant sein.

Hans Kippenberger

Wie Ihnen bekannt sein dürfte, leitet der ehemalige Leutnant Kippenberger den Abwehrapparat der KPD. Unter seiner Führung steht der Nachrichtendienst, sowie der militärische Zersetzungsapparat, kurz M-Apparat genannt. Hans Kippenberger ist Mitglied des Reichstages und versucht mit seinen Erkenntnissen die KPD Politik maßgeblich mitzugestalten. Gegenüber der Reichswehr hat sein Zersetzungsapparat aber bis dato nichts Wesentliches bewerkstelligt. Zwar gibt es einige KPD-Zeitungen für Reichswehrangehörige, diese verfehlen allerdings ihre Wirkung verfehlen. Dennoch hatte es Kippenberger offensichtlich geschafft, einige Informanten speziell innerhalb der preußischen Staatspolizei unterzubringen. Kippenberger umgibt sich mit jungen Leuten, die den Parteimitgliedern unbekannt sind und auch mir sind seine Mitarbeiter nicht namentlich bekannt.

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„Mao in Altötting und Waldkraiburg“

Aus der Einleitung zu meinem neuen Buch „Mao in Altötting und Waldkraiburg“ Viele Menschen wurden in den siebziger Jahren in maoistischen K- Gruppen politisch sozialisiert. Nach der Forschung durchliefen rund 100.000 Personen in der BRD solche Gruppen. Besonders stark waren außerhalb der Großstädte in Bayern, solche Organisationen in den tiefschwarzen Landkreisen Altötting und Mühldorf. Diese Geschichte in der ich persönlich stark involviert war wird aufarbeitet. Geschichte ist geronnene Erfahrung und darf nicht vergessen werden. Es geht um die SIK ( Sozialistisches Initiativkomitee Altötting- Mühldorf- Wasserburg), die KPD/ML und die „Arbeiter Basis Gruppen“ später „Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD“, sowie die nichtmaoistische DKP im ländlichen Raum. Das Buch behandelt die Gründung des Habermas Lesekreises in Altötting im Jahr 1968. Es geht um die Auseinandersetzung bezüglich des Jugendzentrums am Ort. Dann folgte 1972 die Spaltung der SIK, es entstanden die „ Arbeiter Basis Gruppen“ in Altötting. Die KPD/ML sorgte Anfang der siebziger Jahre für viel Aufsehen in Burghausen und insbesondere in Töging am Inn. Der Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD war mit seiner Zeitung „ Der Rote Landbote“ besonders in Waldkraiburg und in Altötting aktiv. Personen welche damals öffentlich auftraten und somit als Personen der Zeitgeschichte gelten werden mit ihren Klarnamen benannt. Andere Namen von Aktivisten wurden abgeändert. Auch wenn die Gruppen aus heutiger Sicht klein erscheinen mögen erreichten Sie in den genannten Landkreisen im Lauf der Jahre hunderte von vor allem jugendliche Menschen welche kürzere oder längere Zeit in einer oder mehreren der genannten Gruppen aktiv waren. Die Publikationen vor allem des Arbeiterbundes hatten durchaus Einfluss in bestimmten Betrieben etwa dem Werk Gendorf in Burgkirchen, oder der WASAG Chemie in Aschau am Inn sowie dem Betriebswerk der DB in Mühldorf am Inn. Die DKP Zeitung „Im Chemie Dreieck“ brachte den einen oder anderen Kommunalpolitiker in Waldkraiburg und Burghausen ins schwitzen. Ähnliches gilt für den „ Roten Landboten“ des Arbeiterbundes in Altötting und der „Vertriebenenstadt“ Waldkraiburg. Bekannt wie bunte Hunde waren damals in den beiden Landkreisen der Altkommunist Georg Kellner, ( DKP) aus Burghausen, Harald Haugwitz, wohnhaft in Neuötting ( Arbeiterbund) Dietmar von der Au, aus Altötting ( SIK) und meine Person vor allem in Waldkraiburg ( DKP dann Arbeiterbund). Die Jusos waren damals auch im südostoberbayerischen Chemiedreieck ziemlich weit links. In Altötting wurden sie von Walter Roßdeutscher repräsentiert. In Burghausen von dem jetzigen SPD Bürgermeister Hans Steindl. Er galt damals als „ roter Rebell“ und bezichtigte auf einer DKP Veranstaltung in Burghausen, die DKP zu weit „ rechts zu stehen“.

Sinn und Zweck

Das vorliegende Büchlein stellt eine Mischung aus persönlicher Erinnerung und realen zeitgeschichtlichen Ereignissen dar. Es soll gezeigt werden, dass es in dem Marinewallfahrtsort Altötting nicht nur bescheidene Arbeiter im Weingarten des Herrn gab, sondern auch Juden, Antifaschisten und rebellierende Jugendliche im Gefolge der Studentenbewegung von 1968. In der „Vertriebenenstadt“ Waldkraiburg hielten nicht nur gestrenge sudetendeutsche Revanchisten Hof, sondern eben so sehr sudetendeutsche Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Auch in Waldkraiburg entwickelten sich ab Anfang der siebziger Jahre oppositionelle kommunistische Gruppen. Natürlich verändert sich manches in der persönlichen Betrachtungsweise im Lauf der Zeit, aber das Ideal einer sozial gerechten Gesellschaft bleibt. Zudem ist jeder Mensch das Produkt seiner Umgebung und seiner Familie. Nach meiner Erfahrung haben ehemalige Freunde von mir in Altötting und Waldkraiburg eine nachhaltige Prägung erhalten. Wenn ich die heute angegrauten „Linksextremisten“ aus Waldkraiburg und Altötting in München treffe, fällt mir immer wieder auf: Keiner dieser linken Rebellen aus Waldkraiburg und Altötting ist politisch nach rechts gegangen. Sie sind in unterschiedlicher Form links geblieben. Offensichtlich hat die katholische Dogmatik aus Altötting in umgekehrter Form eine bestimmte Eigendynamik entwickelt. Auch der Katholizismus enthält soziale Elemente. Bei einigen Menschen führte diese Dynamik zu den Lehren von Karl Marx. Die Härte der Auseinandersetzung in den genannten Orten, härtete ab. Der neoliberale Zeitgeist hat bei Altlinken aus Altötting und Waldkraiburg schlechte Karten.

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Rosa Luxemburg und Kadri Zeka-Notizen

Nach Kadri Zeka ist in Gjilan in Kosova eine Universität benannt. Kadri Zeka war ein linksstehender Revolutionär aus Kosova. Am 17. Januar 1982 wurde Kadri Zeka mit den links- patriotischen Genossen, den Brüdern Jusuf und Bardhosh Gërvalla in Untergruppenbach in der Nähe am Heilbronn von der jugoslawischen Geheimpolizei UDBA

in einem Wagen erschossen. Die deutsche Presse stellte damals den Mord als Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Balkanklans dar. In Wahrheit duldete das ehemalige jugoslawische Regime keine Opposition von links. Das titostische Regime ging besonders gegen die linke Opposition in Kosova vor. Mit den Morden in Untergruppenbach wollten die UDBA die linksdemokratische Opposition aus Kosova in der Emigration ihrer Köpfe berauben. Auf dem Grabstein von Kadri Zeka in Stuttgart stand: „Hier ruht ein Kommunist“. Im Jahr 2007 wurde Kadri Zeka in der Heimat begraben. Er gilt in Kosova zurecht als patriotischer Kämpfer. Verschwiegen wird der Öffentlichkeit jedoch seine marxistische Gesinnung.Einige Monate vor seiner Ermordung traf ich Kadri Zeka in einem Ort in der Schweiz. Das Interview, welches ich mit ihm machte, ist leider in den Archiven verschwunden. Allerdings bewahrte ich einige Notizen auf. Besonders interessant sind seine damaligen Aussagen zu Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Ihre Ermordung fand vor hundert Jahren in Berlin statt.


Kadri Zeka über Rosa Luxemburg

Kadri Zeka im Herbst 1981 über Rosa Luxemburg: „Das war eine großartige Frau und Revolutionärin. Stets blieb Rosa ihren Prinzipien treu. Sie verteidigte und erweiterte den Marxismus. Ich habe fast alles von Rosa Luxemburg gelesen. Sie machte keinen Kompromiss mit der bürgerlichen Gesellschaft. Rosa Luxemburg steht für die Kombination von Freiheit und sozialer Gleichheit. Ohne Freiheit hat die soziale Gleichheit keinen Wert. Ohne soziale Gleichheit hat die Freiheit keinen Wert.   Diese Worte von Kadri Zeka Sind aktueller den je. Sie müssen auch der Jugend und der Arbeiterklasse in Kosova bekannt gemacht werden.

Bild Kadri Zeka 

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Rezension zum  Buch “ Verrat in München und Burghausen“ von Oliver Stey

Rezension zum  Buch “ Verrat in München und Burghausen“ von Oliver Stey auf Amazon -Das kürzlich erschienene Buch „Verrat in München und Burghausen“ des Autors Max Brym ist eine gelungene Melange aus historischer Wirklichkeit und Fiktion. Die Geschichte erzählt das Leben des erfundenen Rechtsanwalt Hans Faber der als Mitglied des KPD in der NSDAP als Abwehrspezialist arbeitet. Die Orte der Handlung sind zumeist im Ober- und Niederbayerischen Raum angesiedelt den der Schreiber Max Brym als gebürtiger Altöttinger wie seine Westentasche kennt. Reale Begebenheiten aus dem Beginn der faschistischen Machtergreifung wie der Ausschaltung parteiinterner Gegner Adolf Hitlers werden gelungen mit der Liebesbeziehung von Faber und seiner Lebensgefährtin „Lore“ verwoben die für ihn als Sekretärin bei Ernst Röhm dem damaligen SA-Führer arbeitet. Neben der Altöttinger Familie von Faber treten viele Persönlichkeiten der damaligen Zeit wie Alfred Rosenberg und Hans Frank auf der einen, sowie Hans Kippenberger bzw. Hans Beimler auf der anderen Seite der politischen Bühne im Fokus der Handlung hervor. Insgesamt ein sehr lesenswertes Büchlein, das als mehrteilige Fortsetzungsgeschichte angelegt ist und den Leser gespannt auf den zweiten Band warten lässt. Sehr empfehlenswert. http://www.bookra-verlag.de/b17.html-

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Ein böser faschistischer Brief aus Waldkraiburg

Anonym an mich „Hallo Max Brym, hoffentlich hast du mitbekommen, dass die patriotische AFD in Waldkraiburg 20% der Stimmen erhalten hat. Deine ganzen Eimischungsversuche in die Waldkraiburger politische Szene sind zwecklos. In Waldkraiburg sind die Linken marginalisiert. Da kannst du noch so viele Bücher schreiben. Auch deine Reden am 1. Mai in Waldkraiburg sind zwecklos. Aber du alter Linker wirst das nicht begreifen. Mach nur weiter so du Bolschewist.

Antwort- In der Tat die AFD hat 20% der Stimmen in Waldkraiburg. Außer rassistischer Hetze hat diese Partei nichts zu bieten. Die AFD ist nicht für das Menschenrecht auf bezahlbares Wohnen. Die AFD ist nicht für eine gesetzliche Mindestrente, wie in Österreich von 1000 Euro. Die AFD ist in allen sozialen Fragen auf der Seite des Kapitals und nicht auf der Seite der Arbeiter. Sie hetzt gegen Migranten und Linke. Auf der AFD Webseite für den Landkreis Altötting mutierte ich zu meiner Überraschung zum Inspirator der dortigen SPD Kandidatin. Blöder geht es nicht mehr. PS. Mein neues Buch „ Verrat in München und Burghausen“ verkauft sich ziemlich gut in Waldkraiburg. Es geht um die dreißiger Jahre auch in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Das Buch kann bestellt werden unter http://www.bookra-verlag.de/b17.html Tot dem Faschismus Max Brym

Foto Max Brym

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Rezension: Lebendige Geschichte- Zum Buch „Verrat in München und Burghausen“

 

Dokumentation

 

In dem Buch geht es speziell um den Widerstand gegen den Faschismus besonders in Bayern Der Autor hat die Fähigkeit reale Geschichte ungeheuer spannend und Faktenreich darzustellen. Das Buch welches gestern im „Bookra Verlag Leipzig“ erschien hab ich auf einen Sitz in der Nacht gelesen. Sein zentraler Held – Hans Faber- ist erfunden. Alle anderen Personen sind real. Max Brym erzählt warum der SA Aufmarsch am 30 Januar 1933 in München ausfiel. Seine zentralen Helden sind Personen wie Hans Beimler, Franz Stenzer, Wilhelm Olschewski und andere Arbeiterfunktionäre in München. Dargestellt wird die schändliche Kapitulation der SPD im Deutschland und in Bayern. Die damaligen Fehler der KPD werden breit beschrieben. Die Geschichte wird heruntergebrochen auch auf viele Kleinstädte in Oberbayern. In Burghausen waren die kommunistischen und sozialdemokratischen Arbeiter kampfbereit. Örtliche Funktionäre wie Heinrich Breu aus Burghausen Simon Vorburger, Ludwig Lankes ebenfalls aus Burghausen warteten auf den Auftrag, ihre illegalen Waffenlager zu öffnen. Auch der Reichsbanner unter Schenck aus Burghausen wollte kämpfen. Aber die Order kam nicht. Anschließend begann der mühsame Weg des illegalen Widerstandes. Besonders gewürdigt wird Herrman Frieb aus München, welcher in der Gruppe „ Neu Beginnen“ arbeitet. Über diese linke Abspaltung der SPD, welche zusammen mit oppositionellen Kommunisten arbeitete erfuhr ich zum ersten mal etwas in dem Buch. Hermann Frieb baute in München, die aktivste Widerstandsbewegung im süddeutschen Raum auf. Nach ihm ist in München eine Realschule am Hohenzollernplatz benannt. Aber die Website der Schule gibt wenig her über den Namenspatron. Die KPD leistete Widerstand, aber nach dem 9. März wurde die Partei in Bayern weitgehend zerschlagen. Von 20.000 Mitgliedern der KPD 1933 in Bayern landeten knapp 5.000 für kürzere oder längere Zeit im Gefängnis, oder im KZ. In einigen Fällen gelang es der GESTAPO einzelne Leute als Agenten anzuwerben. Besonders intensiv beschäftigt sich der Autor mit dem Agenten Max Troll aus Giesing -Parteinahme Theo- welcher Ende 1935 an die Spitze der KPD in Bayern gelangte. Damit wurde der Widerstand für einige Zeit direkt von der Gestapo geleitet. Anschließend im Frühsommer 1936 wurde de facto die KPD in Südbayern komplett von den Nazis zerschlagen.   Der Held des Romans welcher für den Abwehrapparat der KPD tätig ist warnt in dem Roman längere Zeit vor „Theo“. Anschaulich wird die Rolle der Industrie vor allem in Bayern dargestellt. Die „Wacker Chemie“ beispielsweise in Burghausen steht hinter ihrem Ingenieur dem SS Führer Dr. Zabel. Dieser bekämpft nicht nur die Kommunisten, sondern auch den „ Lumpenproletarier „ Ludwig Malcomeß. Letzterer war der erste NSDAP Kreisleiter in Altötting. Ein typischer SA Rabauke welcher nützlich war im Kampf gegen Kommunisten und Sozialdemokraten, dann aber den Industriebossen wegen seiner Eigenmächtigkeiten im Wege stand. Damit erklärt Max Brym viele Ursachen des sogenannten Röhm Putsches. Über die Liquidierung der SA Führung wird direkt im Roman berichtet. Die Freundin des Romanhelden arbeitet als Sekretärin bei Röhm für die KPD. Im Roman tauchen alle Nazigrößen aus München bis hin zu Hitler auf. Der Held verkehrte im Parteiauftrag der KP mit sämtlichen Naziführern in München. Darunter sind die späteren Kriegsverbrecher Alfred Rosenberg und Hans Frank. Zudem verkehrt Hans Faber mit den Leibfotografen Hitlers, Hoffmann aus der Schellingstraße in München. Gezeigt wird auch die widerliche Gestalt Christian Weber, sowie der korrupte Hermann Esser. Immer wieder verzweifelt der Held des Romans an der Linie der KPD. Dennoch ist er persönlich mit Hans Beimler und Ludwig Ficker befreundet. Oft muss der Romanheld zu den verschiedenen Leitungsinstanzen der KPD in der Emigration. Dabei trifft er Herbert Wehner, Walter Ulbricht aber auch die späteren Opfer des Stalinismus Hermann Schubert, Fritz Schulte und natürlich den Chef des KPD Abwehrapparates Hans Kippenberger. Stets ist der Held geradezu verzweifelt über die Stimmung in weiten Teilen der Emigration Seine Berichte speziell über die Situation in Bayern werden weitgehend ignoriert.

 

Max Brym hat ein spannendes zeitgeschichtliches Buch geschrieben. Vor allem seine Fähigkeit lokale oder regionale Details mit der Gesamtsituation zu verbinden ist erstaunlich. Unbedingt lesen- sehr aktuell- aus der Geschichte muss gelernt werden.

Bestellungen über jede Buchhandlung ,oder direkt beim Verlag.

 

Agron Sadiku

 

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https://www.amazon.de/dp/3943150208/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1537891509&sr=8-3&keywords=Max+Brym

Bild Max Brym

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Buchansicht

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Leseauszug aus „Verrat in München und Burghausen“ Roman von Max Brym

 

Fritz Schwaegerl im Unterbräu

Der Unterbräu war für die Verhältnisse in dem kleinen Nest ziemlich gut gefüllt. Eine nette rustikale Bedienung fragte die Gesellschaft, was es denn sein dürfte. Hans Faber bestellte für alle den weit- hin bekannten Schweinebraten. Dann ging die Türe auf, eine Abordnung örtlicher Nazis erschien in der Gaststätte. Angeführt wurde die uniformierte Bande von dem jungen Kreisleiter der Nazipartei, Fritz Schwaegerl aus Mühldorf am Inn. In seinem Gefolge befanden sich dörfliche Kleinbürger, der Ortsgruppenleiter Diener, sowie der SA-Führer Thalhammer. Fritz Schwaegerl bewegte sich sofort auf den bekannten „Parteigenossen“ aus München zu. Der junge Kreisleiter versuchte lässig zu wirken und hatte eine Zigarre im Maul. Ungefragt setzte sich die Nazibande an den Tisch, um mit dem geehrten Gast und seiner charmanten Begleitung zu quatschen. Immer wieder betonte Schwaegerl,

 

wie wichtig es sei „mit der „Kommune und der schwarzen Bande vor allen Dingen im Kreis Altötting abzurechnen“. Hans Faber stimmte zu und berichtete von der positiven Stimmung welche in München in der Partei herrschte. Etwas anzüglich versuchte der junge Kreisleiter mit Lore ins Gespräch zu kommen. Der Schuster Thalhammer stierte die junge hübsche Frau aus München lüstern an. Es sprach aber nur der junge Nazibonze aus Mühldorf am Inn. Schwaegerl sagte direkt: „Ich will den Kommunistenführer von hier, den Josef Wimmer, bald hinter schwedischen Gardinen sehen, was meinst du wie lange das noch dauert?“ Faber antwortete ausweichend, er verwies auf die geniale Politik des Führers, welcher solche Gestalten bald aus dem Verkehr ziehen würde. Zufrieden nickte der Kreisleiter samt Anhang. Dann kam das Gespräch noch auf den jüdischen Pferdehändler Siegfried Hellmann aus Mühldorf. Auch ihn wollte der „strebsame“ Kreisleiter bald im Gefängnis haben. „Was sind das nur für verdorbene Kleinbürger“, dachte Faber, dabei hatte er besonders die beiden Händler in Schuh und Elektro im Visier. Nach einiger Zeit entfernte sich die Nazibande, dabei vergaßen sie jedoch nicht auf die „arische“ Schönheit Lores ausgiebig hinzuweisen. Nach dem Abzug der Bande kam endlich der Schweinebraten, der nicht mehr so gut schmeckte wie normalerweise. Josef Schmidt sagte den gan- zen Abend über kaum ein Wort. Später in der

 

Wohnung meinte er nur: „Das sind keine guten Menschen, weil sie keine guten Katholiken sind“. Anschließend gingen alle schlafen. Am nächsten Tag erwartete Hans Faber seinen Besuch aus München. Aus dem Zug in Kraiburg stieg Wilhelm Olschewski, ein wichtiger Mitarbeiter Fabers im Abwehrapparat, zudem ein wichtiger Funktionär aus dem so genannten „Aufbruchkreis“, welcher versuchte, ehemalige Nationalisten um den Kommunismus herum zu sammeln. Hans Faber holte Wilhelm Olschewski mit dem Auto seines Schwa- gers am Bahnhof ab. Die beiden Funktionäre des Abwehrapparates begrüßten sich herzlich. Olschewski bedauerte nur, dass er „hier in die bayerische Prärie kommen müsse um mit Faber zu sprechen“. Faber lachte, denn Olschewski wohnte gar nicht so weit weg von ihm in München, am Ende der Augustendstraße, Haus Nr. 88.

Pläne am Schlossberg

Nachdem Faber seinen Gast Olschewski bei Josef Schmidt als wichtigen, erholungsbedürftigen älteren Klienten seiner Kanzlei mit dem Namen „Maier“ vorgestellt hatte, marschierten sie auf den Schlossberg. Olschewski genoss, nach dem für ihn etwas mühsamen Aufstieg, den wunder- baren Blick ins Inntal. Auf einer Bank neben der

 

Kapelle am Schlossberg ließen sich die Freunde nieder. Immer wieder fragte Faber nach der Sicherheit der Waffenvorräte und danach, wann es denn endlich losginge. Olschewski gab einen kur- zen Überblick über die illegalen Waffenlager des „Kampfbundes gegen den Faschismus“ in Oberbayern. Besonders stolz verwies Olschewski auf die Waffenvorräte in der Bergarbeiterstadt Penzberg, aber auch in Burghausen, Kolbermoor und in der Nähe von Rosenheim gab es größere, gut getarnte, Waffenlager. Etwas skeptisch äußerte sich Olschewski bezüglich der von Faber immer wieder eingeforderten Aktionen. Nach Olschewski müsse das Signal aus Berlin kommen. Faber wider- sprach dem nicht, dennoch beharrte er auf die Vorbereitung des bewaffneten Widerstandes. „Du bist doch kein Anhänger der Offensivtheorie von 1921“, meinte Olschewski etwas ironisch. „Nein“, antwortete Faber „aber ich kenne die Faschisten. Je mehr wir ihnen Zeit geben, um so fester kön- nen sie sich etablieren, um ihren Schlag gegen uns durchzuführen. Die sozialdemokratischen Arbeiter benötigen den bewaffneten Widerstand, damit sie ihre Unterwerfung unter den Verrat der SPD- und ADGB-Spitze aufgeben. Natürlich ist es ris- kant aber wir verlieren alles wenn wir jetzt nicht kämpfen!“ Olschewski überlegte und machte sich Notizen. Dann berichtete Faber über Internes aus der Naziführung. „Wilhelm, die bereiten einen Schlag, eine Provokation vor. Röhm hat damit im

 

Bratwurstglöckel ziemlich offen geprahlt. Sichert unsere Funktionäre sofort ab und macht die Waffen klar. Es gibt nur den bewaffneten Widerstand jetzt sofort!“ Wieder lächelte der Altkommunist Olschewski. Er sah in Faber einen talentierten Genossen, einen exzellenten Schauspieler, aber auch den feurigen Leutnant aus dem Weltkrieg. „Mach dir nicht zuviel Sorgen Faber, wir sind in Bayern ja an die Illegalität gewöhnt“, erklärte Olschewski. Faber explodierte fast: „Wie kannst du nur die oft weitreichende Illegalität oder Halblegalität in Bayern mit dem vergleichen was uns bevorsteht! Himmler und ein gewisser Heydrich bereiten alles vor, um uns in Bayern zu ver-nichten. In Preußen verfolgt Göring das gleiche Ziel. Schluss mit den Illusionen!“ Olschewski lenkte ein und stieg mit dem sehr aufgebrachten Faber hinunter auf den Kraiburger Marktplatz.

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Bild Kraiburg am Inn

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